Yang-Chengfu-Tai-Chi-Chuan und Tuishou / Forum: Push-Hands-Treffen Hannover Berlin 2022

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TUISHOU / NEIJIA / SANSHOU - Push-Hands-Partnerübungen Innerer Kampfkunst

Updates der Gruppen-Treffen 2022-2023

Top-Themen pro Treffen

TT-303

Yang Chengfu / Prinzipien

TT-2013 cl

 

Sanda

Faszien

Modul-Texte

Resi 7-8

 

 

Updates der Gruppen-Treffen 2022- 2023

Die Anmeldung / Buchung erfolgt über die Homepage des Verbandes TCDD.

Pro Treffen gibt es nun ein Top-Thema aus dem Masterclass-Curriculum des DTB-Dachverbands. Mit dieser "Weitsicht"  soll ein tiefergehendes Verständnis erleichtert werden. Den Teilnehmenden soll eine Lernhilfe geboten werden, mit der sie sich langfristig und nachhaltig weitere Themenkomplexe erarbeiten können.


Faszien / Anatomische Zuglinien (Anatomy Trains)

Push-Hands-Treffen für Lehrer-Ausbildung Hannover, Berlin: Blockmodul Faszien-TrainingFaszien-Training nach dem "Tensegrity-Model" von Thomas Myers ist ein Highlight der Internationalen Push-Hands-Treffen im DTB-Dachverband und wird als "Gamechanger" gefeiert. Die Faszien-Leitbahnen "Anatomy Trains" nach Thomas Myers sind Teil der Weiterbildung der DTB-Dozenten in 2022. Zunächst geht es um die ORL (Oberflächliche Rücklinie). Sie verläuft in zwei Teilabschnitten: Von den Zehen bis zum Knie und vom Knie bis zu den Augenbrauen. Im Tai Chi und Qigong steuert die Rücklinie die Bewegungen der Arme "aus der Mitte", sodaß keine zusätzliche Muskelkraft erforderlich ist. Durch die Gewichtung entsteht die Funktionalität, die Faszien-Arbeit so wichtig macht. Quelle: AK "Naturwissenschaftliche Grundlagen ZPP".

Eine Sonderstellung hat die "Tiefe Frontallinie": Sie bildet den "Kern" aller myofaszialen Transmissionen des Körpers. Angeordnet in der Frontalebene zwischen der rechten und linken Laterallinie, ist sie in der Sagittalebene einerseits eingebettet in die Oberflächliche Rückenlinie und die Oberflächlichen Frontallinie und andererseits in die Spirallinien und die Funktionellen Linien. Besondere Wichtigkeit für Innere Kampfkunst wie Tai Chi, Judo, Aikido und Jujutsu erlangt die Frontallinie durch ihren engen Bezug zum "Dantien / Hara", dem Energiezentrum im Unterbauch. Zudem stabilisiert sie den Körper von innen und schafft durch dynamische Interaktion mit etlichen weiteren Zuglinien die in Kampfkünsten so entscheidende Verwurzelung und Verwringung. So kann Kraft ohne zusätzlichen Muskelkraft auf den Gegner übertragen werden.

Freies Push Hands (Free Pushing Hands)

Das "Freie Push Hands" ist weit mehr als Kampfsport: Korrekt erlernt und regelmäßig betrieben ist es gelebte Yin-Yang-Philosophie. Alle Inneren Kampfkünste verfolgen die Strategie des "Nachgebens, um zu siegen". Dazu gibt es kostenlose Pushhands-Online-Kurse.

Jedoch ist es schwierig, den Begriff "Freies Push Hands (Sanshou, Free Pushing Hands)" zu definieren. In den Schulen, Centern und Studios der "Pusher-Szene" finden sich nur vage und spontane Herangehensweisen. Ein weiteres Problem: Das Mantra der alten Tao-Meister, daß Tai Chi Chuan unbesiegbar macht, lebt auch heute noch fort - u. a. in den Socialmedia und den chinesischen Taiji-Dynastien. Doch wie "Taiji-Duelle" und "Tuishou-Competitions" mit "Externen Schulen" klar zeigen, sind solche traditionellen Legenden contraproduktiv. Erst ohne Vorannahmen erweisen sich die freien Sparring-Formen als hilfreich im Freikampf (Sanda / Sanshou).

Doch dies ist keine Lösung sondern Teil des Problems.

Resilienz-Training

Taktil-haptische Vorübungen: Seide-Ziehen mit Partner

Sensitivität, Gespür, Wahrnehmung

Schulung und Steigerung

die sinnliche Wahrnehmung (Wahrnehmung mit den Sinnen)

Aufnahme, Beobachtung, Eindruck, Empfindung

 

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Embodiment im Push Hands

In den Tuishou-Ausbildungen werden auch zentrale Aspekte des "Embodiment / Body-Mind" gelehrt. Dazu gehört der Ausspruch von Großmeister Yang Zhenduo, daß die "Taiji-Essentials" keine "disembodied qualitites" seien. Diese Verwurzelung im Körperlichen und die entsprechende Achsamkeit gilt auch für andere fernöstliche Kampfkunst-Stile. Es geht um taktile und haptische Aspekte der Wahrnehmung beim Partnerkontakt und dessen Interpretation. Dabei können komplexe, unbewußte Rückkopplungen enstehen.

 Embodiment bezeichnet die Wechselwirkungen von Psyche auf Körper und umgekehrt. Zum Embodiment im Bereich der Tuishou-Partner-Drills gehört in erster Linie das Hineinspüren in den eigenen Körper und den des Partners. Aus dem Wechselspiel von innerer Haltung und äußerer Haltung erwachsen vielfältige Synergien, die es spontan einzusetzen gilt.

Das Embodiment-Wirkprinzip ist bei den Pushhands-Treffen des DTB-Dachverbands stets ein beliebtes Thema. Die Kommentare von Teilnehmenden sprechen seit dem Beginn im Jahre 2000 eine deutliche Sprache: Die Tuishou-Stellungen haben positive Auswirkungen auf die Psyche und dies wiederum erzeugt eine größere Lockerheit und Entspannung im Körperlichen. Entsprechend verbessern sich durch erhöhte Achtsamkeit auch Stellung und Haltung; das Zutrauen in das eigene richtige Verhaltensweise bei Druck führt nicht zu reflex-artigem Gegendruck sondern zur flexiblen Ableitung und Zurück-Schicken zum Partner.

Kleben / Haften im Push Hands

Verbesserte Wahrnehmung von Körperhaltung und Verspannungen gilt als grundlegende Fähigkeit in Inneren Kampfkünsten wie Tai Chi Chuan. Ein praktisches Beispiel für Embodiment ist das in den Klassischen Schriften geforderte "Kleben / Folgen / Anhaften", also der spürende Hautkontakt. Diese Sensorik ist ja nicht Selbstzweck sondern ermöglicht eine Fülle von Informationen über den Hier-und-Jetzt-Zustand des Kontrahenten. Allerdings gilt auch für das Erringen des Sieges: Bei der Ausführung der entscheidenden Technik, die den Sieg bringen soll, ist Kleben / Folgen natürlich kontraproduktiv, denn ich möchte ja schneller sein als mein Gegenüber.