Yang-Chengfu-Tai-Chi

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Yang Chengfu Tai Chi Center und das DTB-Korrektiv

Der Titel "Yang-Chengfu-Center" ist natürlich nicht geschützt und wird sehr unterschiedlich verstanden. Im folgenden wird er definiert im Sinne des "Seattle-Clans" als "Offizielles Center der International Yang Family Tai Chi Chuan Association". Genauer definieren sich die Zentren als die offiziellen Vertretungen der Yang Familie in den jeweiligen Ländern und von Großmeister Yang Zhenduo und/oder Meister Yang Jun schriftlich zertifizierte Tai Chi Schulen. Darüberhinaus gibt es weitere mit der Yang Familie assoziierte Schulen und zertifizierte Lehrende.

Die Center sind der offiziellen Yang-Jun-Doktrin verpflichtet. Einzig die von den Meistern Yang Zhenduo und Yang Jun schriftlich zertifizierten "Yang Chengfu Tai Chi Chuan Center" führen das Yang-Chengfu-Erbe im Sinne des Altmeisters fort. Den Schulen ist es anvertraut, das "Traditionelle Yang-Stil-Taijiquan" zu unterrichten, wie er von der Yang-Familie in China praktiziert wird. Ginge es also nach Yang Jun, so würden seine Yang-Chengfu-Taiji-Center" weltweit als Synonym stehen für das "Traditionelle Yang-Family-Taijiquan". Soweit die Theorie - doch hinter den Kulissen zeigen sich grundlegende Mängel und Defizite. Sie betreffen alle drei traditionellen Taiji-Kernbereiche Kampfkunst, Meditation und Gesundheit.

In den letzten Jahren kam es zu vermehrter Aufklärung über Mängel und Defizite (s. "Yang-Chengfu-Center-Syndrom"). Zugenommen hat die Isolierung u. a. durch Fehlen einer einheitlichen Anerkennung anderer Verbände. Auch hat die Zahl der Schulen laut offizieller Statistik abgenommen.

Kürzlich publizierte der Dt. Taichi-Bund - Dachverband für Taichi und Qigong eV (DTB) auf der Internetpräsenz www.yang-chengfu-center.posture-inside.com/ einen vielbeachteten Bericht über die jüngste Entwicklung und den Status Quo der "Seattle-Mission". Im Fokus stehen Faktencheck und konflikt-trächtige Zitat-Sammlungen, die die kontroversen inneren Einstellungen kommentieren und Empfehlungen für die eigene Meinungsbildung der Lehrenden geben.

Ein Novum: Diskutiert wird auch das verbreitete Tabu "Self-Brainwashing", d. h. ob die übliche Überlieferung der Wushu-Traditionen dazu führen könnte, daß Meister ihre Kampfkunst-Fähigkeiten überschätzen. Diese These erhielt kürzlich neue Nahrung durch den ebenso kurzen wie eindeutigen Kampf zwischen Wei Lei und Xu Xiadong. Yang Jun und seine Center sind jedenfalls nicht für realistische Selbstverteidigung bekannt. Die nötigen "martial-arts-internals" werden auch im Ranking nicht gebührend berücksichtigt.

Yang Chengfu Tai Chi Center - DTB-Zwischenbericht

Lange Zeit erzeugte das Propagieren der "Einzigartigkeit Innerer Kampfkunst" eine Art "Sog-Effekt", der seine Wirkung auch auf sonst eher rational ausgerichtete Menschen nicht verfehlte. Bücher des Meisters Yang Chengfu (und der Einfluß von Co-Autor Zheng Manqing) haben entscheidenden Anteil an diesem "Qi-Kult" gehabt. Die Illusion, daß durch Befolgen der "Yang-Chengfu-Tai-Chi-Prinzipien" ein Sieg über Meister anderer Kampfkünste quasi automatisch erfolgen würde, wurde von vielen nur allzu gern geglaubt. Training der "Qi-Energie" und "Fajin" schien für viele die lang gesuchte Lösung zu sein. Im Rahmen der Yang-Familie wurde dieser "Guru-Nimbus" in Europa zuerst von dem Yang-Zhenming-Schüler Meister Chu Kinghung (ITTCA) verbreitet. Auf diesen Zug ist dann viel später der Yang-Zhenduo-Enkel Meister Yang Jun mit seinen weltweiten Yang-Chengfu Taijiquan Centern aufgesprungen.

Doch seit der Gründung der ersten Yang Chengfu Center vor numehr zwanzig Jahren erscheint Yang Jun nicht gerade als "Macher" sondern eher als Opfer seiner einseitig ausgerichteten Weltsicht. Gefangen in der freilich selbst gestellten Falle "Traditional Yang-Family-Taijiquan" folgt er unbeirrt seinem "Folklore-Kompaß". So beantwortete der umstrittene Linienhalter in einem Interview unlängst Fragen wie "Was bedeutet traditioneller Stil genau und welche Art von Veränderung können die Folgegenerationen vornehmen ohne die Essenz der Tradition zu verzerren? Sein "weiter so" war zu erwarten und wird die Reputation des "Yang-Chengfu-Taijiquan" weiter sinken lassen.

Dabei sollte es ohne die "Scheuklappen politischer Korrektheit" und mit ein bißchen Nachdenken doch eigentlich "ein Selbstgänger" sein, das Lebenswerk des legendären Altmeisters Yang Chengfu für die Familie Yang zu nutzen. So beschreibt der berühmte Meister Fu Zhongwen seinen Lehrmeister bekanntlich mit den lobenden Worten "composed serene , relaxed" in der Übersetzung des in der Fachwelt sehr geschätzten Louis Swaim. Diese treffsichere Charakterisierung enthält, wenn man so will, zugleich das Prinzip seiner drei Zentren "Geistig, emotional und körperlich".

Doch der "Seattle-Shanxi-Clan" geht beharrlich seinen einmal gewählten Weg. Nun wurde kürzlich von der "IA" ein Newsletter aus der Taufe gehoben mit dem Titel "Connections" - er soll zusätzlich zum Online-Journal die Bindung der Mitglieder und Schulen an die Organisation stärken. Warum? Offizielle Statistiken zeigen einen Rückgang der Schulen; vermutlich wenden sich immer mehr Menschen desillusioniert ab von Yang Juns eigenwilligen Vorstellungen, wie man der Menschheit mit seinem Taijiquan helfen könnte, Und in der Tat baut ja die Lebenshilfe, wie sie vom Meister selbst auf eso-guro.com beschrieben wird, auf recht fragwürdigen Behauptungen auf.

Passend dazu beschäftigt sich der Dt. Taichi-Bund - Dachverband für Taichi und Qigong eV (DTB) auf der neuen speziellen Internet-Präsenz www.yang-chengfu-center.posture-inside.com/ ausführlich mit dem sogenannten "Yang-Chengfu-Tai-Chi-Center-Syndrom". Mit seinen Zitaten, Analysen und Empfehlungen ist der Verband erneut richtungsweisend und hat ihre Vorreiterrolle erneut unter Beweis gestellt. Konkret soll Yang-Stilisten dabei geholfen werden, eine klare innere Haltung zu traditionellem chinesischem Wude-Moralkodex des Wushu zu entwickeln. Damit hat der DTB dem rückwärts gewandten Esoterik-Ansatz der Center, Affiliates, Directors und Instructors ein zukunftsorientiertes Korrektiv gegenübergestellt. Fazit des Zwischenberichts: Für die Förderung und Verbreitung des Yang-Chengfu-Tai-Chi sind die Yang-Chengfu-Center nicht die Lösung sondern Teil des Problems.

Analyse des "Yang-Chengfu-Tai-Chi-Center-Syndroms"

Es gibt sie: Die weltanschaulich neutrale Alternative zu Yang Chengfu Centern. Taiji-Experten wissen: Für offene Yang-Stilisten ist es längst kein Geheim-Tipp mehr: Wer sach- und fachgerechte, ungefilterte Informationen über das "Yang-Chengfu-Tai-Chi-Chuan" braucht, wendet sich häufig an das "Tai Chi Zentrum Hamburg e. V.". Der rege Zuspruch zeigt den weiterhin bestehenden Bedarf. Bemerkenswert: Von anfang an wurde das TCZ-Korektiv, die TCZ-Anlaufstelle und ihr Service auch vom Yang Chengfu-Center-Umfeld im In- und Ausland intensiv genutzt. Eine neue spezielle Internetpräsenz http://www.yang-chengfu-center.posture-inside.com/ befaßt sich ausführlich mit dem sogenannten "Yang-Chengfu-Tai-Chi-Center-Syndrom". In diesem Zwischenbericht werden aufschlußreiche wissenschaftliche Forschungen zur Theorie und Praxis des Yang-Stils vorgestellt, diskutiert und bewertet. Sie spiegeln die Entwicklung der vergangenen dreißig Jahre seit 1987 bis 2017 wider und bilden ein objektiv-wissenschaftliches Korrektiv zu östlichen Ideologien, naivem "Glauben-Wollen" und "politischer Korrektheit"

Als die Meister Yang Zhenduo und Yang Jun ab 1995 die ersten "Yang Chengfu Tai Chi Center" gründeten, folgten ihnen nur relativ wenige Schüler auf diesem "Neuen Weg", der von anfang an ziemlich isoliert war - zumal andere Mitglieder der weitverzweigten Familie ja gar nicht "mit an Bord" waren. Das "Geschäftsmodell des Seattle-Clans" definiert das, was als "Yang-Familiy-Taijiquan" propagiert wird, letztlich zu einer Handelsware, über die man beliebig verfügen kann. Diese Art "Eso-Folklore" hat sich immer mehr entwickelt zu einer "eierlegenden Wollmilchsau", einem "passe-partout" für unterschiedlichste Zielgruppen und Bedürfnisse. Die Grundlage der "Yang-Jun-Mission" bildet, so belegt es der Faktencheck, auf dem "Primat gefühlter Fakten". Dies läßt sich nachweisen für alle drei Bereiche seines Denkansatzes: Heilslehre, Werte-Gemeinschaft und Lehr-Inhalte.

Unterricht, Lehrersuche, Seminare

Offenheit und Transparenz sind eine Win-Win-Situation - doch im Yang-Jun-Umfeld verschließt man davor gern die Augen. Auf der Suche nach einem passenden Lehrer ergeben sich häufig interessante, höchst unterschiedliche Treffen mit anderen Praktizierenden. Der offene Austausch der Meinungen ermöglicht oft das Erkennen von neuen Zusammenhängen. Stets sollte man sich mit unterschiedlichen Standpunkten beschäftigen, um die eigene Sehweise immer besser an die Realität anzupassen. Letztlich bleibt ein Lehrer sonst unglaubwürdig.

Keinesfalls sollte man esoterische Center wie Meister Yang Juns "Yang-Chengfu-Taijiquan-Center" mit solchen Zentren gleichsetzen, die wissenschaftlicher Forschung und Lehre verpflichtet sind und von unabhängigen Dritten überprüft werden.

Die "International Association" bewirbt ihre weltweiten Center unter dem Menüpunkt "Find-A-Teacher". Und in der Tat geht es vielen Taiji-Interessierten um Unterricht. Im Mittelpunkt der Suche stehen dabei nicht wöchentliche Kursangebote sondern mehrtägige Seminare und insbesondere Wochenend-Lehrgänge für die Solo-Form, Tuishou und Waffen-Formen.

Die auffällig niedrige Teilnehmerzahl des letzten Yang-Jun-Seminars in Kiel, die Aufgabe einer Affiliated School und nicht zustande gekommene Lehrgänge zur Vorbereitung sind Anzeichen dafür, daß der "Großmeister-Nimbus" nicht mehr verfängt und der "Yang-Chengfu-Hype" als solcher erkannt und von verantwortungsvoll Lehrenden zunehmend abgelehnt wird. Dieser Eindruck wird durch Auswertung offizieller Statistiken bestätigt.

Erstmals wurde auch eine ungewöhnliche Seminar-Werbung publiziert, in der zentrale Behauptungen der "International Association" wie "Traditional Yang-Family-Taijiquan" garnicht mehr vorkamen (!). Doch dieses "kalkulierte Entschärfen durch Totschweigen" ist ein falscher Weg. Vielmehr sollten die Center ihre Fehlentwicklungen und Unzulänglichkeiten ja nicht tabuisieren sondern offen benennen und diskutieren. Nur durch vermehrten, konsequenten Einsatz für Fairness und Fakten-Treue werden sie sich Respekt und Anerkennung verschaffen können.

Yang Chengfu Center sehen ihren Namensgeber als Denkmal

Viele Organisationen, Meister und Schüler, die sich auf Yang Chengfu beziehen, haben gemeinsam, daß sie gewollt oder unabsichtlich, den Altmeister als eine Art "Denkmal" ansehen, dessen Sehweisen es unverändert zu bewahren gelte. Dies gilt auch auf Yang Jun und seine "International Association. Dieser fundamentalistische Reflex hat wohl auch zu der Stagnation der Yang-Chengfu-Center geführt, die aus den jüngsten offiziellen Statistiken zur Entwicklung abzulesen ist.

Europa-Zertifizierung - DTB-Update and Center-Ranking-Support

DTB-Hinweis: Der wöchentliche Unterricht, Wochenenden, Intensivwochen und die Jahresseminare sind jetzt eingearbeitet in die Standards der neuen Europa-Zertifizierung. Instruktoren aus ganz Europa nehmen an den Fortbildungen im Rahmen des "Hamburger Modells" teil. Die europäische Anerkennung ist in diesem Jahr einen bedeutsamen Schritt vorangekommen. Das Yang-Jun-Ranking ist nicht anerkannt, doch der DTB als Zusammenschluss führender Institute ist bemüht, in jedem Einzelfall individuell mit Rat und Tat zu helfen - beispielsweise durch Nachschulung. Mehrere Verbände haben seine Ranking-Kriterien als verbindlichen Standard ab 2017 übernommen. Hier ein Überblick über die offizielle Stufung der Yang Chengfu Center lt. Website-Info: Anfänger-Stufe ADLER: Kupfer, Silber, Gold Mittel-Stufe TIGER: Kupfer, Silber, Gold Fortgeschrittenen-Stufe DRACHEN: Kupfer, Silber, Gold.

Aktuelle Übersicht über Center und Affiliates - Analyse und Auswertung

Offizielle Listen der Zentren der International Yang Family Tai Chi Chuan ändern sich selbstverständlich im Laufe der Zeit durch Austritte und Neugründungen. Recherchiert man den gegenwärtigen Stand, so ergibt sich folgende tabellarische Aufstellung. Doch eine genauere Analyse zeigt ihre Fehlerhaftigkeit. Ein "Online-Streifzug" durch die Websites der Center und Affiliates förderte unlängst etliche Mängel und Ungereimtheiten zutage. Der Autor, DTB-Geschäftsführer Dr. Langhoff führt aus: "Anbei eine Liste der von mir besuchten Websites (vgl dazu die Liste von offiziellen Centern und Schulen der "International Association" (www.yangfamilytaichi.com/association/centers/ und www.yangfamilytaichi.com/association/affiliates/). Dort kann sich jeder ein eigenes Bild machen von den mir aufgefallenen Aspekten."

Auswertung: Einige Dinge sind in der Tat bemerkenswert. Dazu gehört eine Art Sekten-Jargon - häufig sind Begriffe wie "Tempel", "Heilige" oder "Mönche", die unvereinbar mit ideologie-freier westlicher Bildungsarbeit sein sollten. Überraschend: Das von der IA angestrebte geschlossene Erscheinungsbild und das erwartete "Ziehen an einem Strang" bewahrheitet sich keineswegs - eine doch notwendige "Corporate Identity" ist vielfach nicht erkennbar. Die inneren Haltungen der "Directors" scheinen divergierender und irrationaler als erwartet. Nachvollziehbare Kriterien für klare Abgrenzung zu Heilslehren quasi-religiöser Gruppierungen fehlen. Viele bei der IA gelistete Lehrer haben nur dort eine Mail-Adresse, ohne dass eine weitere zu googeln wäre (!). Manche Webseiten beziehen sich nicht einmal auf den Altmeister Yang Chengfu (!). Andere sind gar nicht erreichbar. Sein Eindruck: Viele der Center und Affiliates "lassen Yang Jun einen guten Mann sein" - und definieren "Tai Chi is what I want it to be". Durch diese Meinungsvielfalt fehlt der "Seattle-Interpretation" der dringend nötige Rückhalt in der Lehrerschaft.

Yang-Chengfu-Tai-Chi-Center und Schulen weltweit (Stand 2017-6)

(Quelle: (www.yangfamilytaichi.com/association/centers/ und www.yangfamilytaichi.com/association/affiliates/)

Argentinien

  • Buenos Aires
  • Mendoza
  • Rosario - Wude School of Taichichuan

Brasilien

  • Sao Paulo
  • Rio de Janeiro
  • Ribeirão Preto
  • Sao Paulo - Valéria Sanchez

Bulgarien

  • Plovdiv - Stanislav Bagalev
  • Sofia - Sports Club Black Dragon, Dimitar Mihaylov
  • Stara Zagora - Tihomir Todorov

Deutschland

  • Köln
  • Berlin
  • Kiel - Thilo Krienke
  • Siegen - Uli Hofmann

Frankreich

  • Lyon
  • Paris
  • Pau
  • Toulouse
  • Limoges - Claudette Jarnolle
  • Lyon - Bambou Balance
  • Pau - Eliane Aguettaz
  • Paris - Serge Coux

Italien

  • Florence (Firenze)
  • Milan (Milano)
  • Rome (Roma)
  • Varese
  • Florence - Brunetto Cortigiani
  • Florence - Valentina Marinai
  • Rome - Roberto Carchio
  • Rome - Anna Siniscalco
  • Rome - Teresa Zùniga

Kanada

  • Montreal
  • Ottawa - Tai Chi Ottawa, Laird Trimble

Rumänien

  • Baia Mare - Ciprian Ghise, Carmen Ghise
  • Cluj - Ming Dao, Mihai Serban

Slowenien

  • Ljubljana - Shining Chen

Schweden

  • Stockholm

Schweiz

  • Lausanne

Ungarn

  • Budapest - Mihály Vadas

United Kingdom

  • Cambridge

United States Of America

  • CA - Stockton
  • KY - Louisville
  • MI - Royal Oak
  • NH - Manchester
  • NJ - Bedminster/Montclair
  • NJ - East Brunswick
  • NY - Buffalo
  • NY - New York City
  • OR - Eugene
  • OR - Portland
  • VA - Winchester
  • WA - Seattle/Redmond
  • CA - San Francisco - Affiliated School of San Jose
  • IA - Dubuque - Greg & Jayne Miller
  • KY - Lexington - Everyday Taiji Cooperative
  • ME - Rockland - Inner Works Center for Taijiquan and Qigong Studies
  • PA - Morrisville - Pennsbury Racquet and Athletic Club

 

 

UPDATE 2017-9: Entwicklung, Statistiken, Schaubilder und Croniken

Der "Yang-Chengfu-Hype" stagniert. Das untenstehende Schaubild illustriert in Diagramm-Form die weltweite Entwicklung der Center und Schulen. Grundlage sind die Find-A-Teacher-Zahlen auf www.yangfamilytaichichuan.com von www.archive.org ab 2006 (Center) und ab 2012 (Affiliates). Die Annäherungswerte der Tabelle bilden Stichpunkte zur Jahresmitte und beruhen auf offiziellen Angaben. Sie sollen einen ersten groben Überblick ermöglichen. Die unteren Zahlen bezeichnen die Center und die oberen Zahlen die Affiliates. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Nicht behandelt werden hier die Schließungen von Schulen und die Austritte aus der Association. Sie bilden eine eigene Chronik.

Das einzige Center in England gab es ab 2006 und wechselte nach Cambridge in 2010. Die Leiterin Therese Teo Meimei ist zugleich zuständig für Europa und leitet das einzige Center für ganz Skandinavien in Stockholm

Yang Chengfu Tai Chi Center and Affiliates: Worldwide Development 2006-2017

 

Abweichende, signifikant niedrigere Zahlen nennt ein offizielles Pdf-Dokument von Yang Juns eigenem Center in Seattle: Demzufolge gab es 2010 36 Center in 17 Ländern. Nach dieser Statistik ist die Zahl bis heute (2017) stark gesunken auf lediglich 28 Center in 12 Ländern. Angesichts der aktuellen Kenndaten könnte sagen, die Yang-Jun-Mission steckt unter einem "gläsernen Deckel" - sie kommt über ihre "Kern-Community" mit eng-gefaßten Eso-Folklore-Weltanschauungen nicht hinaus.

Currently /2010/, there are 36 Centers in 17 countries. The Yang Chengfu Tai Chi Chuan Centers are committed to teaching Traditional Yang Famliy Tai Chi as taught by the Yang Family in China. Source: http://yangtaichiseattle.com/wp-content/uploads/2010/11/school-brochure.pdf

Currently /2017/, there are 28 Centers in 12 countries. The Yang Chengfu Tai Chi Chuan Centers are committed to teaching Traditional Yang Style Tai Chi as taught by the Yang Family in China. Source: http://www.yangfamilytaichi.com/association/

Zu diesen gesunkenen Zahlen paßt die Meldung für Deutschland, daß ein Affilate in Kiel diesen Status nach kurzer Dauer bereits wieder aufgegeben hat. Es ist nun mutiert zum "Büro der Yang Family Teacher Academy in Deutschland". Docdh welche Rolle sollte ein solches "Büro" haben bei lediglich drei Academy-Instructors, die Lehrinhalte für die Yang Family Teacher Academy anbieten (!).

Zudem lag die Teilnehmerzahl des letzten Yang-Jun-Seminars extrem niedrig. Aufschlußreich auch dieses "Zurückrudern": In der Werbung waren strittige Kern-Aussagen nicht mehr enthalten. Bei der Yang-Jun-Seminar-Werbung 2017 im Netzwerk-Kalender fehlen die sonst obligaten Hinweise auf "Linienhalterschaft",  "Traditional Taijiquan", das "Vertreten der Gesamt-Familie" und Hinweise auf Center und Schulen.

Der "Yang-Jun-Effekt"

Mit seiner Mission einer Heilslehre "zum Wohle der Menschheit" präsentiert sich Yang Jun als "Schutzpatron der Yang-Family". Die quasi-religiöse Verehrung, die dem "Großmeister aus Seattle" in seiner Jüngerschaft zuteil wird, beruht zu einem großen Teil auf unbelegten Botschaften, die von seinen Taiji-Centern in aller Welt oft unverändert weitergegeben werden. Zusammen mit dem Einfordern von Gehorsam und Loyalität bildet diese Doktrin ein Gewirr von teilweise absurden Versprechungen, das über die Jahre an Komplexität und Widersprüchen immer mehr zugenommen hat. Es erinnert an das Motto "Wünsch Dir was" und an den längst überwunden geglaubten New-Age-Slogan "Tai Chi is what I want it to be". Die Glaubwürdigkeit bleibt auf der Strecke.

Es ergibt sich dadurch ein "Yang-Jun-Defekt" und für die Lehrerausbildung eine Unvereinbarkeit mit ideologie-freien Normen der Erwachsenenbildung hierzulande. Kritiker sprechen bereits von Irreführung und vom "Yang-Chengfu-Center-Syndrom", welches zu zahlreichen Mißverständnissen Anlaß gibt. In Anlehnung an H. C. Andersens Märchen entstand der Ausdruck "Yang Juns neue Kleider".

Yang Chengfu Tai Chi Center - ein Bericht von Axel

Der DTB-Lehrbeauftragte Axel aus Hamburg berichtet über seine Recherchen zu Transparenz und Verbraucherschutz in Deutschland. Er arbeitet an einem modern ausgerichteten Netzwerk für das Yang-Chengfu-Taijiquan, das Unterricht und Lehrmaterialien nach den Qualitätsstandards westlicher Erwachsenenbildung anbietet. Mehr dazu hier: www.yang-chengfu.eu/center.html.

"Axel, warum kommst Du nicht zu uns ins Yang Chengfu Center?" Ich hatte mich auf einem Wochenend-Lehrgang mit Yang Jun mit einem Kollegen ins Gespräch gekommen - nicht während des Unterrichts natürlich sondern in einer Pause. Wir sind beide Trainer in Fitness-Studios und ich war auf der Suche nach Zusatz-Übungen, die die Programme unseres Studios verbessern sollten. Mein Chef versprach sich einen "spirituellen Spin" und war bei der Recherche auf die chinesische Yin-Yang-Philosophie gekommen. Dies erklärte ich auch meinem Kollegen und fügte hinzu, daß ich ja keine religiöse Prägung hätte und das Taijiquan "nur so" erlernen wollte.

Jens, so heißt mein Gesprächsteilnehmer, klärte mich dann dahingehend auf, daß die daoistische Kultur ja keine Religion sei und er seinen Großmeister Yang Jun daher auch keinesfalls als Guru verehre sondern ihn lediglich als offiziellen Linienhalter der Yang-Familie respektiere und seine "Qi-Kraft" bewundere.

Diese Begebenheit kam mir wieder in den Sinn, als ich mehrere Jahre später auf einem Martial-Arts-Seminar über Faszien-Training Dr. Stephan Langhoff kennenlernte. Er wohnt wie ich in Hamburg und leitet das dortige Taiji-Centrum. Diese bekannte Schule ist keines von Yang Juns Centern, wenngleich Stephan Meister Yang Jun und seinen Großvater Großmeister Yang Zhenduo von früher her recht gut kennt und die beiden auch nach Hamburg für Seminare eingeladen hatte. Er berichtete mir von seinen Forschungen zum Yang-Stil, die der Auslöser waren, sich von der Familie Yang zu distanzieren. Er hatte früher noch andere Familienmitglieder kennengelernt wie Großmeister Fu Zhongwen und dessen kürzlich verstorbenen Sohn Meister Fu Shengyuan. Persönlich hatte er zwar keine schlechten Erfahrungen mit all diesen weltbekannten Taiji-Meistern gemacht; Ein Grund für die Distanzierung liegt in ihrem kommerziellen Geschäftsmodell, das das Familienerbe zu einer bloßen Handelsware degradiert. Dazu haben Yang Jun und Yang Zhenduo ein weltweites Netzwerk nach dem Franchise-Vorbild gegründet. Ein anderer, noch gewichtigerer Grund war das Einfordern von Gehorsam und Loyalität gemäß dem chinesischen WUDE-Moralkodex.

Seit ich begonnen habe, bei Stephan eine Lehrerausbildung für Taiji und Qigong zu absolvieren und in seinem Arbeitskreis "Yang-Chengfu-Center" mitzuarbeiten, hat sich mein Hintergrund-Wissen laufend erweitert. Stephan bietet unter der DTB-Trägerschaft seit langem auch Tagesseminare und Wochenenden in Hamburg zu Spezialthemen an. Dazu gehören Tuishou, Selbstverteidigung, Fajin und Shaolin-Qigong. Jedes Quartal leitet er im Seminar-Zentrum in der Nordheide eine Intensiv-Woche mit 55 Zeitstunden, in der die gesamte Langform des Yang-Chengfu-Tai-Chi gelehrt und geübt wird. Wir trainieren von früh bis spät und die Teilnehmer kommen "von Bayern bis Rügen". Häufig sind auch Menschen aus dem Ausland dabei. Am besten vom Lehrstoff gefällt mir immer der Bereich "Die Zehn Prinzipien", weil er so schön Theorie und Praxis verbindet - Stephan sagt immer es seien keine "disembodied qualities". Diese Formulierung hat er von Yang Zhenduo übernommen. Siehe dazu Yang-Chengfu-Tai-Chi-Prinzipien.

Auf dem oben erwähnten Seminar mit Yang Jun unterhielt ich mich auch mit einer Ergotherapeutin, die beim DTB ihre Krankenkassen-Zulassung realisiert hatte. Sie nutzt kostenlos die bei der "Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP)" hinterlegten DTB-Konzepte (Stundenbilder, Teilnehmer-Handouts und Kursleiter-Manuale. Ihre Kurse erfüllen daher die hohen Standards des DTB und der ZPP. Daher werden sie seither von den Kassen finanziell gefördert - ihre Schüler erhalten ein bis zweimal einen Teil der Kosten erstattet. Mir kommt dies aus heutiger Sicht wie ein Spagat vor: Einerseits Esoterik-Folklore und andererseits wissenschaftliche Ausrichtung. Stephan ist darüber nicht sonderlich erbaut und spricht von "Trittbrettfahrern" und Opportunisten, welche die Abgrenzbarkeit von sekten-artgen Glaubensgruppierungen erschwerten. Mittlerweile ist es ihm  sogar peinlich, von ihnen erwähnt zu werden und in einen Zusammenhang mit seiner Taiji-Ausbildung gestellt zu werden.

Durch meine frühere Erfahrung mit Yang-Chengfu-Taijiquan-Centern kann ich das Niveau und die unterschiedlichen Geisteshaltungen gut beurteilen. Ich lehne die Heilslehre von Yang Jun als Bevormundung ab und bin sicher, daß sie meiner persönlichen Entwicklung schmälern würde. Tai Chi als Handelsware ist nichts für mich! Das ursprüngliche Gesamtwissen der Familie Yang wird meines Erachtens auf den Yang-Jun-Seminaren nicht weitergegeben. In Teilen des Umfeldes werden Erkenntnisse der Forschung offenbar systematisch ausgeblendet und ignoriert. Offenbar finden viele dieses kollektive Wegducken vor den harten Fakten der Realität völlig ok. Stephan benutzte dafür einmal die Begriffe "Phalanx der vorgeblichen Ignoranz" und "Schwarm-Intelligenz".

Ich sehe deutlich, daß die "Seattle-Fraktion" mit ihrer "International Association" in einer brutalen Konkurrenz steht, denn der Markt für ganzheitliche Gesundheitsübungen ist hart umkämpft und oft gewinnt leider derjenige, der die größten Versprechungen macht - nach dem Motto "Unbesiegbar durch Innere Kraft in 24 Stunden".  An dieser bedenklichen Entwicklung der marktschreierischen Slogans ist Yang Jun mit seiner Esoterik-Sehweise und seinem Kodex des Wude-Gehorsams sicher nicht ganz unschuldig und seine Center folgen ihm in seinen Wunschträumen und Illusionen offenbar kritiklos.

Ich bin inzwischen übrigens selber ein Teil dieses Anbietermarktes, denn ich werde bald selbständig sein und eigene Studios in Hamburg und Hannover eröffnen. Und ich habe mir fest vorgenommen, stets bei der Wahrheit zu bleiben selbst, wenn ich dann Schüler verlieren sollte. Eine solche innere Einstellung habe ich von Stephan übernommen. Er kritisiert die Yang Chengfu Tai Chi Center dafür, daß sie blauäugig auch die absurdesten Yang-Jun-Behauptungen mittragen. Wir beide halten ein solches Verhalten für verantwortungslos den eigenen Schülern gegenüber. Und einem chinesischen Großmeister oder einer Lobby-Organisation Gehorsam zu geloben, widerspricht doch unseren westlichen ideologie-freien Bildungsnormen.

Mit Stephan habe ich vor einiger Zeit einen "neuen Spin", ein neues Gedankenspiel in den Arbeitskreis eingebracht. Es entstand dabei die folgende provokante These: Yang Juns Ansatz, das "Yang-Chengfu-Taijiquan" zu verbreiten, ist ja grundsätzlich begrüßenswert, wenn er denn zukunftsorientiert wäre. Zunächst müßte der "eingebaute Webfehler" repariert werden: Yang Jun sieht ja den Namensgeber seiner Center und seinen Urgroßvater Yang Chengfu als ein unantastbares Denkmal und trägt ihn wie eine Monstranz vor sich her. Jeder Center-Director und Instructor muß, ob er will oder nicht, dieser Ikone folgen.

Eine solche rückwärtsgewandte Einstellung empfinde ich als Sackgasse, die eine Weiterentwicklung verhindert. Altmeister Yang Chengfu wäre, würde er heute leben, wahrscheinlich wesentlich aufgeschlossener, souveräner und reformfreudiger als all diejenigen, die seinen  Auffassungen ein solch rückwärts gewandtes Denkmal bauen wie es bei den Centern Usus ist. Denn angesichts der vielen Neuerungen und Veränderungen, die der Standardisierer seinerzeit eingeführt hatte, könnte man annehmen, dass er, wäre er nicht so früh gestorben, auch noch weitere Anpassungen vorgenommen hätte. Auch hätte er sicher seine Fehleinschätzungen korrigiert, wenn ihm mehr Informationen darüber zugänglich gemacht worden wären.

Ich habe den Eindruck gewonnen, daß Yang Jun sich "päpstlicher als der Papst" geriert und sein durch Illusionen geschöntes Center-Bild vor gegenteiligen Meinungen und neueren Forschungsergebnissen abschirmt. Leider scheint ihm dabei sein ganzes Umfeld zu folgen - man spielt immer dasselbe Schauspiel: "Yang Juns neue Kleider"! Die Reputation wird dabei weiter sinken und schon heute ist die Center-Idee alles andere als ein Erfolgsmodell. Der "Yang-Chengfu-Hype" stagniert und der "Yang-Jun-Effekt" entpuppt sich für mich als ein "Yang-Jun-Defekt", der uns Westlern Guru-Tum, Eso-Folklore und Fundamentalismus als Fortschritt verkaufen will.

Quelle des Artikels: Hannover Hamburg Taijiquan Ausbildung