Yang-Chengfu-Tai-Chi-Chuan

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Yang Chengfus "Zehn Tai-Chi-Prinzipien" und das Yin-Yang-Prinzip

Dieses Resümee umfaßt recht unterschiedliche Aspekte eines allumgreifenden Themas. Es soll Antwort geben auf die grundsätzliche Frage "Was ist gutes und richtiges Tai Chi Chuan (Taijiquan)"? Leider gibt es dazu keine allgemeingültiges Fundament - die Sehweisen sind einfach zu unterschiedlich!

Die asiatische Kultur ist geprägt von einem tiefen Gespür für Wirkungsweisen des Wechsels und des Wandels. Das "Geheimnis" ist ein ganzheitliches Verständnis gegensätzlicher aber komplentärer Polaritäten. Man kann diese stetige Veränderung anschaulich mit den Mondphasen vergleichen, deren beständiger Rhythmus von Fülle und Leere kündet. Man sagt treffend: Das einzig Bleibende ist der Wandel.

Hier soll es um die "Tai-Chi-Prinzipien" gehen und um die Frage, was diese sogenannten "Essentiellen Hauptpunkte" dem Praktizierenden des Tai Chi Chuan (Taijiquan) geben können und wie man beim eigenen Üben optimal von solchen "Essentials" profitiert. Das langfristiges Ziel dieser Webseite ist eine verbands-übergreifende, unvoreingenommene Dokumentation auf objektiv-wissenschaftlicher Basis. Sicher eine Herausforderung angesichts der Fülle konträrer Meinungen, die Verständnis und Urteil erschweren. Einig ist sich die Fachwelt aber in einem Punkt: Es ist in der Vergangenheit sehr viel an altem Wissen verloren gegangen.

Hier soll es auch gehen um den Wert der von Yang Chengfu herangezogenen "Klassischen Schriften" in der heutigen Zeit. Den Hintergrund bei solchen Betrachtungen bildet stets das "Yin-Yang-Prinzip"; es wird oft auch als "Tai-Chi-Prinzip" bezeichnet. In engem Zusammenhang damit wiederum steht die "Form" also eine festgelegte Abfolge von Bewegungen. Das Problem ist dabei zugleich der Schlüssel zum Verständnis: Es gibt bekanntlich nicht "DIE Tai-Chi-Form", das bedeutet, es gibt keine einheitliche Form, die von allen Praktizierenden identisch ausgeführt wird. Dieses Phänomen gab es schon immer aber angesichts der "Form-Inflation" heutzutage wäre es hilfreich, mit "Taiji-Guidelines" ein verläßliches Prüf-Kriterium zu haben, mit dem gute und weniger gute Taiji-Formen unterschieden werden können.

Nach Meinung vieler Experten wären dafür die "Essentials" am  besten geeignet - nach dem Motto "Tai Chi ohne Prinzipien ist gar kein Tai Chi". Eine verbreitete These besagt, daß dies auch stilübergreifend über den Yang-Stil hinaus für die Formen der anderen Taiji-Dynastien Chen, Wu, Wu-Hao und Sun gelten müßte. Auf dieser Basis würden sie sich dann gut vergleichen lassen: Ihre Stärken liegen da, wo sie den Prinzipien folgen und ihre Schwächen wären da, wo sie von den Prinzipien abweichen.

"Tofu-Tai-Chi" ignoranter Lehrer und die Weitergabe an Schüler

Tai-Chi-Verbände (wie auch Qigong-Verbände) tabuisieren typischerweise das, was manche Experten wie DTB-Geschäftsführer Dr. Langhoff als "Beliebigkeit" kritisiert. Damit ist Fehlentwicklungen gemeint wie folgende: Die Ausführung der Taiji-Form soll den Prinzipien folgen und sie soll  (dadurch) innere Kraft wiederspiegeln und keine "Schlaffheit". Doch viele Lehrer sind nicht ausreichend geschult und sie erklären die Prinzipien dann entsprechend falsch - oder beschönigend formuliert "auf ihre Art". Leider bemerken ihre Schüler dies im Allgemeinen nicht - heimlich bewujndern sie vielleicht ihren Lehrer und seine individuelle Botschaft, die an das New-Age-Motto erinnert: "Tai Chi is what I want it to be". Man erkennt solche Irrlehren häufig bei ihren "Erklärungen" zu Entspannung und Verzicht auf körperliche Kraft. Klar, daß sie dann auch den Begriff "Gedankenkraft" in ihrem Sinne interpretieren. Dies gilt übrigens auch für chinesische Lehrer und deren Lehrer. Man spricht bei diesen Defiziten passend von "Tofu-Tai-Chi".

Tai Chi als Innere Kampfkunst

Auf die Frage, was die Tai-Chi-Prinzipien beinhalten oder wie relevant sie für das Ausüben der "Inneren Kampfkunst" sind, gibt es höchst unterschiedliche Antworten. Sie sind u. a. abhängig von Weltanschauung und Kompetenz. Yang Chengfus zweitjüngster Sohn Yang Zhenduo beispielsweise beantwortete Dr. Langhoffs Frage nach der innewohnenden Bedeutung der "Essentiellen Hauptpunkte" bei einem Lehrgang in Hamburg ganz klar und präzise: "Nur dasjenige Taijiquan, welches den Prinzipien meines Vaters Yang Chengfu folgt, ist korrektes Taijiquan".

Doch wie so häufig steckt leider auch hier "der Teufel im Detail": De facto sind Yang Chengfus Prinzipien, so wie er sie den "Klassischen Schriften" entlehnt hat, in keinster Weise ausreichend - aber es fehlt eine Alternative. Der Autor dieses Artikels, Dr. Stephan Langhoff, erforscht dieses Thema seit Jahrzehnten und hat dazu vielfältigste Insider-Hintergründe zusammengetragen, geordnet und bewertet. Seine Zusammenfassung: Trotz aller Vorbehalte gilt: Elementare Vorgaben definieren auch beim Tai Chi und Qigong den Erfolg: Beim Befolgen der Prinzipien erlernt man bewußte Entspannung für Körper und Geist (chinesisch SUNG) - und bekommt ein unbewußtes Geschenk: Die Innere Kraft! Seminare finden quartalsweise statt - Termine und Zahl der freien Plätze siehe Kurs-Kalender.

Gibt es eigentlich zehn Tai-Chi-Prinzipien oder dreizehn?

Beides ist richtig - Yang Chengfu hat die Zahl der in seiner Familie überlieferten Hauptpunkte reduziert. Sein Sohn Yang Shouchung (Hongkong-Clan) hat diese ältere Zählweise beibehalten. Extra-Fragen dazu werden an anderer Stelle behandelt. Siehe auch Dr. Langhoffs Artikel "Die 13 Grundtechniken des Yang-Taijiquan".  

Die Tai-Chi-Prinzipien - erklärt von Dr. Stephan Langhoff (Tai Chi Zentrum Hamburg e. V.)

Dr. Langhoff, ist als Experte für seinen Fachbereich des philosophisch-kulturellen Hintergrunds östlicher Weltanschauung anerkannt und einschlägig ausgewiesen. Er sagt: Die ganze Tragweite erschließt sich dem ernsthaft Forschenden erst aus einer übergreifenden, ganzheitlichen Perspektive. Diesen "Blick über den Tellerrand" gewährleistet das Konzept des "Richtig Lernen und Lehrens" des DTB-Zentralverbandes.

Der promovierte Philologe befaßt sich seit 50 Jahren mit Philosophie, Meditation, Kampfkunst und Gesundheitsbildung des Ostens und hat darüber zahlreiche Lehrvideo-Sets produziert, die die Basis der bundesweiten Lehrerausbildung des Dachverbandes DTB ev bilden. Dazu zählt auch die DVD über die 10 Tai-Chi-Prinzipien.

Die Lehrinhalte werden im Kompakt-Unterricht nach dem Block-System von einer Woche vermittelt. Das berufsbegleitende Block-Format erleichtert das Verständnis der tiefgreifenden Zusammenhänge zwischen dem übergeordneten "Tai-Chi-Prinzip" und den "Zehn Tai-Chi-Prinzipien nach Yang Chengfu". Die Lehrerausbildung umfaßt Theorie und Praxis. Alle Lehrgänge sind geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene. Kostenlose Skripte für Heimstudium publiziert die Arbeitsgruppe Tai Chi Qigong Göttingen. Seminar-Kalender s. Qigong Tai Chi Ausbildung Hannover Oldenburg Wiesbaden.

Die Zehn Prinzipien zwischen Fundamentalismus und Wissenschaft

Laut DTB-Recherchen zur Pädagogik des "Richtig Lernens und Lehrens" übersehen Lehrende beim Unterrichten von Yang Chengfus Taiji-Prinzipien oft die nötige Grundsatz-Entscheidung: Für chinesische Lehrmeister sowie für deutsche Lehrer, die deren quasi-religiöser esoterischer Weltanschauung folgen, sind die Prinzipien "eherne Gebote", während moderne Lehrer westlicher Erwachsenenbildung oft von einer Art "Taiji-Grundgesetz" sprechen und kritischen Faktencheck unterstützen. Mit dieser "Gretchenfrage" steht jeder Lehrer vor dem Entweder-Oder-Scheideweg zwischen esoterischem Fundamentalismus und wissenschaftlicher Forschung - beides zusammen wird nicht gehen!

Auch wird die "Belastbarkeit" der "klassischen Schriften" oft weit überschätzt. Kenner wissen um die "Vagheit" der früher geheimen Überlieferungen, die Unberufene nicht für sich nutzen können sollten. Nachgeplappertes und Zitiertes nützen also wenig; vielmehr erschließt sich ihre Tiefe nur dem Fortgeschrittenen.

Die Tai-Chi-Prinzipien - das "Taiji-Grundgesetz" der Commity

Der Yang-Luchan-Enkel Yang Chengfu (1883-1936) modernisierte und vereinfachte die überlieferte Form seines legendären Großvaters und unterrichtete das zuvor streng gehütete geheime Wissen seiner Familie an eine hohe Zahl von Schülern außerhalb des Familienkreises. Damit ist Altmeister Yang Chengfu sicher der bekannteste Yang-Stil-Meister aller Zeiten! Sein Verdienst, die Prinzipien erklärt und kommentiert zu haben, relativiert sich allerdings angesichts der zahlreichen Irrtümer, die dem Altmeister dabei unterliefen. Schon lange vorher nutzten andere chinesische Kampfkünste die alles durchdringende Harmonie des "Yin-Yang-Prinzips" - z. B. bezüglich "Fülle-Leere", "Einatmen-Ausatmen", "Vorgehen-Zurückgehen", "Loslassen-Festhalten" und last not least die "Körper-Geist-Einheit". Das bedeutet: Die Bewegungsprinzipien sin untrennbar mit dem Geistigen verknüpft.

Die 10 Tai-Chi-Prinzipien - die "Grammatik des Yang-Stils"

Ähnlich wie bei Sprachen die Grammatik, so helfen Altmeister Yangs Prinzipien dem Laien bei der korrekten Ausführung der Solo-Form und den Partnerübungen und bieten dem Fachmann Kriterien, um gutes von schlechtem Tai Chi zu unterscheiden.

Yang-Chengfu Tai Chi Chuan - DTB-Centers and AffiliatesDie 10 Tai-Chi-Prinzipien ließ erstmalig Altmeister Yang Chengfu aufzeichnen - vorher waren es übrigens 13. Sie bilden die "Yang-Stil-DNA" und formulieren eine Art "Grundgesetz für korrekten authentischen Yang-Stil". Diese "Essentiellen Hauptpunkte" heißen in der englischen Fachliteratur als "Principles", "Essentials" oder "Important Points". Yang Chengfus "Zehn Gebote" sind als Fundament des Unterricht in den allermeisten Schulen und ihren Organisationen anerkannt. Und mehr noch: In einer schon seit langer Zeit zersplitterten Verbände-Szene erweisen sie sich sozusagen als ein wichtiges vereinigendes Phänomen. Dieser "Kitt" hilft Vereinigungen bei der Suche nach einer gemeinsamen Identität aller Yang-Stilisten. Denn Altmeister Yangs vorausschauende Methodik hat dazu geführt, daß die ansonsten ja sehr unterschiedlichen Yang-Taijiquan-Stilrichtungen und ihre konkurrierenden Organisationen im Grunde eine übergreifende Einheit bilden könnten und sollten, in der Kampfkunst, Meditation und Gesundheit in Theorie und Praxis kombinierbar sind. Letztlich ist dies auch die Ursache für die hohe Effektivität und weite Verbreitung des Yang-Chengfu-Tai-Chi-Chuan. Die spannende und grundsätzliche Frage, ob diese Yang-Stil-Grundsätze auch für die anderen Stile Chen, Wu, Hao und Sun gelten, wird von den jeweiligen Experten unterschiedlich beantwortet.

Doch die ernsthafte Beschäftigung mit diesem "Roten Faden der Überlieferung" und die Frage, was jeweils "genau gemeint" ist, erfordert viel Fachwissen. Dennoch bleiben im Einzelfall bis heute entscheidende Fragen ungeklärt. Eine detaillierte Seite mit Zitat-Belegen und kontroversen Debatten finden Sie hier Die Tai Chi Prinzipien von Yang Chengfu. Eine Review zu unterschiedlichen Übersetzungsvorschlägen hier www.prinzipien.tai-chi-verband.de/

Yang-Chengfu-Tai-Chi-Chuan: Training der Essentials mit Dr. Langhoff

Alltags-Transfer der Essentiellen Punkte

Die DTB-Lehrerausbildung mißt der Übertragbarkeit in den Alltag generell die entscheidende Rolle zu. Hinsichtlich der Tai-Chi-Prinzipien gelingt dieser Praxis-Bezug recht gut - zumindest bei den Prinzipien, bei denen es um Körperhaltung und Hineinspüren geht. Auch übergeordnete "Essentielle Punkte" lassen sich gut in den beruflichen und privaten Alltag integrieren. Dazu zählt insbesondere der Schlüsselbegriff "Song (körperlich-geistige Entspannung, Lockerheit)". Aber auch das übergreifende "Yin-Yang-Prinzip", auch "Tai-Chi-Prinzip" genannt, kann im Alltag vielfältig erlebbar werden. Mit einem solchen Alltags-Transfer werden die "Essentials" oft viel "anfaßbarer" als in der Theorie.

Die Zehn Tai-Chi-Prinzipien erläutert von Yang Zhenduo in Hamburg

Als 1994 der damalige Linienhalter Meister Yang Zhenduo auf Einladung von Dr. Langhoff beim Tai Chi Zentrum Hamburg ev unterrichtete, stellte er auch die "Essentiellen Hauptpunkte" in Theorie und Praxis vor.

1) Den Kopf gerade aufrichten

2) Die Ruhe in der Bewegung

3) Die Schultern Ellbogen und Handgelenke senken

4) Die Brust senken - Rücken dehnen

5) Das Kreuz entspannen

6) Die Leere und Fülle unterscheiden

7) Inneres und Äußeres verbinden

8) Kraft des Geistes statt Körperkraft

9) Unten und oben des Körpers koordinieren

10)  Bewegung ohne Anfang und Ende

Bericht von Marion über das Erlernen der essentiellen Taijiquan-Hauptpunkte

DTB-Lehrerin Marion begann ihre Lehrerausbildung bei Dr. Stephan Langhoff in Hamburg. Sie schreibt:

Liebe Freunde des Tai Chi und Qigong. Ich hatte schon als Teenager Bezug zum "traditionellen Wushu" und empfand die esoterisch definierte Lehrer-Schüler-Beziehung stets als eine Art Fessel. Ich möchte Euch mit meinen Zeilen Mut machen, Euren Lehrern die "richtigen Fragen" zu stellen - ich selbst hatte bei meiner anfänglichen Lehrersuche ganz einfach den Mut nicht dazu. Mein Rat: Gerade bei "Fragen zum Eingemachten" sollte man offene und ehrliche Antworten erwarten. Tai Chi und Qigong teilen sich in vielen Aspekten "die gleiche DNA". Dabei denke ich an Yang Chengfus Taiji-Prinzipien, bei denen der Altmeister ja selbst die TCM-Zusammenhänge kommentiert.

Ich bin froh, daß meine Ausbildung unter der Leitung von Dr. Stephan Langhoff stattfindet, denn er weicht keiner Frage aus. Klar, denn er befaßt sich bereits seit 50 Jahren recht intensiv mit den Prinzipien. Er hat bei seinen Forschungen und Recherchen vieles ermittelt, was meinen Horizont stark erweitert hat.

Besonders hilfreich ist die Betonung des komplementären "Yin-Yang-Prinzips". Der chinesische Begriff "Tai Chi(Taiji)" bedeutet ja "höchstes Prinzip" und meint die Yin-Yang-Einheit. Daher spricht man ja auch vom übergreifenden "Tai-Chi-Prinzip". Ich werde meine Erkenntnisse, sobald ich eigene Kurse leite, möglichst umfassend weitergeben.

So habe ich z. B. gelernt, daß die Prinzipien Körper und Geist gleichermaßen betreffen. Stephan sagt, es sind keine "disembodied Qualities" und er hat diese Einschätzung von einem seiner Lehrer, nämlich Großmeister Yang Zhenduo übernommen. Beim Üben habe ich, Stephans Lehrweise folgend, mir vorgenommen, stets "zwei Häkchen zu setzen". Das bedeutet: Es reicht nicht, sich bewußt zu machen, daß man beispielsweise im Becken loslassen soll, sondern man muß es dann auch tun!

Update: Marion ist jetzt tätig in der Region MITTE (s. Ausbildung Qigong Tai Chi Kassel Dortmund Paderborn Essen Wuppertal). Ihr neuer Schwerpunkt ist Qigong als Resilienz-Training.

Dr. Langhoff erläutert die Tai-Chi-Prinzipien: Lehr-dDVD vom Tai Chi Zentrum Hamburg evLehrvideo: Die Zehn Tai-Chi-Prinzipien erläutert von Yang Zhenduo in Hamburg

Als 1994 der damalige Linienhalter Meister Yang Zhenduo auf Einladung von Dr. Langhoff beim Tai Chi Zentrum Hamburg ev unterrichtete, stellte er auch die "Essentiellen Hauptpunkte" in Theorie und Praxis vor. Fundiert beantwortete Yang Zhenduo dabei die zahlreichen Fragen der über einhundert Teilnehmenden. Einige Passagen wurden mit der Erlaubnis des Meisters auf Video aufgenommen. Der Lehrfilm über die Yang-Stil-Hauptpunkte ist auf der "Yang-Zhenduo-DVD" und auf der DVD "Yang-Zhenduo-Bio-Pic" enthalten. Meister Yang benutzte in Hamburg eine abgeänderte Reihenfolge, die auch auf den in den USA produzierten Lehr-DVDs zu finden ist. Mehr dazu hier: Essentielle Tai-Chi-Punkte. Siehe auch die Forschungsberichte zu Inneren Kampfkünsten Chinas und Japans: Studien über das Shindo Yoshin Ryu Jujutsu von Tobin E. Threadgill.

 

Exkurs 1:

Das Tai-Chi-Prinzip und die Yin-Yang-Komplementarität

Wichtig: Das "Tai-Chi-Prinzip" und die "Tai-Chi-Prinzipien" sollte man gut unterscheiden, da die Termini nicht dasselbe bedeuten.

Das "Tai-Chi-Prinzip" wird auch das "Yin-Yang-Prinzip" genannt und zeigt die "typisch östliche Sehweise" der Komplementarität. Es kündet vom Höchsten und Äußersten - mehr als der Mensch verstehen kann. Es steht für ein dynamisch-balancierendes Gleichgewicht und läßt sich vereinfachend mit der Luftblase in einer Wasserwage vergleichen. Diese Art "ehernes philosophisch-kulturelle Naturgesetz" ist kosmologisch und damit "unverhandelbar".

Ganz anders verhält es sich bei den "Zehn Tai-Chi-Prinzipien". Sie können verändert werden - Yang Chengfu hatte ja zunächst 13 Punkte und hat sie dann auf 10 Punkte reduziert. Auch gelten sie nur für den Yang-Stil - andere Familien-Dynastien nutzen ähnliche aber nicht identische Kriterien. Die Gründe liegen zum großen Teil in der historischen Entwicklung dieser "Inneren Kampfkunst".

Beide Begriffe stehen jedoch in engem Zusammenhang, da das übergeordnete Yin-Yang-Prinzip die einzelnen "Essentials" prägt - und zwar in ganz unterschiedlicher Art und Weise. Betont werden Wandel und fließend-stetiger Ausgleich von Gegensätzen.

Exkurs 2:

Das Tai-Chi-Prinzip und die Tai-Chi-Prinzipien

Hinter den hier behandelten "Essentiellen Tai-Chi-Punkten" steht das ganzheitliche "Yin-Yang-Prinzip". Es ist der zugrundeliegende chinesische kulturell-philosophische Hintergrund, um den so viele Westler den Osten beneiden. Nach seiner immerwährenden Gesetzmäßigkeit vollzieht sich der Ausgleich von Yin und Yang in einem komplementär-dynamischem Wechselspiel von Gegensätzen. Es berührt viele Praktizierende tief und nachhaltig, denn es kann Halt bei der Sinnsuche in einer sich ständig ändernden Welt geben.

Die Prinzipien der "Inneren Kampfkunst" Taijiquan werden leider von Laien oft vermischt mit dieser übergreifenden "Yin-Yang-Einheit", die der gesamten östlichen Denkweise zugrunde liegt und weit über Kampfkunst hinausgeht. Diese durch die bekannte Tai-Chi-Monade symbolisierte Komplementarität von Gegensätzen, die eine Ganzheit bilden, bezeichnet man häufig als "Tai-Chi-Prinzip". "Tai Chi" ist ein philosophischer Terminus für "das Äußerste", welches Yin und Yang zu einer Form zusammenfügt.

Exkurs 3:

Die "Essentielle Form (Essential Form)" hat nicht unmittelbar mit Yang Chengfus "Esseniellen Punkten" zu tun

Die "International Association" hat mit der Einführung der "Yang-Jun-Kurzform" einen neuen "Hype", dem sich aus der Familie Yang indes niemand angeschlossen hat. Puristen werden Yang Juns "neues Baby" für eine "gelungene Bespaßung" seiner Klientel halten, denn offenbar war es ein Wunsch aus Teilen seiner Schülerschaft. Doch es ist ganz sicher kein gutes Omen, mit relativer Absenkung die Qualität des Lehrinhaltes und die Qualifizierung der Lehrenden zu erhöhen!

Wer glaubt, das Wort "essential" stünde im Zusammenhang mit den "Essentials (Essentiellen Punkten)", also Yang Chengfus Prinzipien, wird schnell eines Besseren belehrt: Die "Essentielle Form" ist offenbar weder von Yang Chengfu noch folgt sie seinen Prinzipien. Zudem ist sie nicht "traditionell". Alles in allem entfernt sich der neue Linienhalter mit der Neu-Entwicklung immer mehr von der früheren Image-Linie als Botschafter der Gesamt-Familie hin zu einem übergreifendem Geschäftsmodell von "Tai Chi als Handelsware".

 Dazu paßt auch das neu-entwickelte Logo des "Yang-Family-Tai-Chi", mit dem sich auch die Frage nach dem angeblich Traditionellem erübrigt. Essentielle Form des Tai Chi Chuan der Yang Familie Nach Cheng Manngs "37-er-Kurzform" und Yang Zhenduos "49-er Wettkampf-Form" hat nun also auch Yang Jun eine eigene "Yang-Stil-Kurzform" aus der Taufe gehoben. Das Licht der Welt entdeckte der "Nachzügler" wohl nicht zufällig - schließlich hatte die Association einen massiven Mitgliederschwund von über 60% innerhalb einer Dekade zu beklagen. Sollten die restlichen Mitglieder bei Laune gehalten werden?

ZPP-Zulassung und Krankenkassen-Förderung:

Neue Übergangsfristen und Handlungsleitfaden-Änderungen: Fachkräfte-Team Regional-Seite Hannover / Nordheide / Bispingen: http://www.qigong-ausbildung.eu/ausbildung-niedersachsen.html ist belegt - es gibt eine Warteliste.